Kosten

Wix, Jimdo oder Agentur: Was ein Website-Baukasten wirklich kostet

Website-Baukästen werben mit Beträgen, gegen die keine Agentur ankommt. Der Vergleich hinkt trotzdem – nicht weil Baukästen schlecht wären, sondern weil der beworbene Preis selten der ist, den du am Ende zahlst, und weil der größte Posten in keinem Tarif steht.

Was im Einstiegstarif meistens fehlt

Die günstigsten Tarife sind fast immer eingeschränkt. Typischerweise auf drei Arten:

  • Keine eigene Domain. Deine Adresse lautet dann deinbetrieb.anbieter.com. Für ein Unternehmen ist das keine Option – auf der Visitenkarte, im Firmenauto und im Google-Profil brauchst du deine eigene Domain.
  • Werbeeinblendungen. In der kostenlosen und teils in der günstigsten bezahlten Stufe blendet der Anbieter eigene Werbung ein.
  • Funktionsgrenzen. Formulare, Terminbuchung, mehr Speicher, Statistiken oder das Entfernen des Anbieter-Logos hängen an höheren Stufen.

Der Tarif, den ein Betrieb tatsächlich braucht – eigene Domain, keine Fremdwerbung, Formular, brauchbarer Speicher – liegt in der Praxis deutlich über dem Einstiegspreis. Rechne mit einem mittleren zweistelligen Monatsbetrag statt der beworbenen Zahl.

Der Posten, der in keinem Tarif steht

Ein Baukasten nimmt dir das Programmieren ab. Er nimmt dir nicht ab: Struktur überlegen, Texte schreiben, Fotos auswählen und zuschneiden, Farben und Schriften festlegen, alles auf dem Handy kontrollieren, Impressum und Datenschutzerklärung besorgen, das Google-Unternehmensprofil anlegen, Seitentitel und Beschreibungen setzen.

Für einen ordentlichen Auftritt sind das erfahrungsgemäß zwanzig bis sechzig Stunden – verteilt auf Abende und Wochenenden. Setz deinen eigenen Stundenwert ein und rechne nach. Bei 40 Stunden und 50 € pro Stunde stehen 2.000 € Eigenleistung im Raum, die in keiner Preisliste auftauchen.

Wo Baukästen an Grenzen stoßen

Ladezeit und Technik

Baukästen erzeugen generischen Code, der viel abdecken muss. Das kostet Ladezeit, besonders am Handy und bei schlechter Verbindung – also genau dort, wo dein Kunde nach dir sucht.

Rechtliches

Die mitgelieferten Rechtstext-Generatoren sind ein Anfang, aber sie kennen deinen Betrieb nicht. Und viele Baukästen laden standardmäßig externe Schriftarten, Kartendienste oder Statistiktools – womit du in Sachen Einwilligung und Datenschutzerklärung Pflichten hast, von denen du oft gar nichts weißt.

Sichtbarkeit

Technisch ist bei modernen Baukästen vieles möglich. Was sie nicht liefern, ist die inhaltliche Arbeit: die richtigen Suchbegriffe für deine Branche und deinen Bezirk, sauber gesetzte Titel, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Ohne das bleibt die schönste Seite unsichtbar.

Wechselkosten

Deine Inhalte liegen im System des Anbieters. Ein Umzug zu einem anderen Anbieter bedeutet in der Regel: neu aufbauen.

Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist

Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftigste Lösung ist – und es wäre unehrlich, das zu verschweigen:

  • Du testest eine Geschäftsidee und willst schnell etwas Sichtbares.
  • Du brauchst eine reine Visitenkarte im Netz, ohne Anspruch auf Neukunden über Google.
  • Du arbeitest gerne selbst daran und hast die Zeit dafür.
  • Dein Budget lässt schlicht nichts anderes zu.

Wann er die falsche ist

Sobald deine Website Anfragen bringen soll, wird es eng. Wer über Google gefunden werden will, wer in seiner Branche seriös auftreten muss – Praxis, Werkstatt, Restaurant, Kanzlei – und wer seine Abende nicht mit Layoutfragen verbringen will, fährt mit einer betreuten Lösung besser.

Die ehrliche Rechnung lautet nicht „Baukasten billig, Agentur teuer“, sondern: Der Baukasten verlagert die Kosten von deinem Konto auf deinen Kalender. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was deine Stunde wert ist – und ob du diese Arbeit überhaupt machen willst.

Häufige Fragen

Was kostet ein Website-Baukasten für ein Unternehmen wirklich?

Der beworbene Einstiegspreis reicht für einen Betrieb meist nicht, weil eigene Domain, Werbefreiheit und Funktionen wie Formulare an höheren Stufen hängen. Realistisch ist ein mittlerer zweistelliger Monatsbetrag – plus zwanzig bis sechzig Stunden eigene Arbeitszeit für Aufbau und Pflege.

Ist ein Baukasten schlechter für Google?

Technisch nicht zwingend. Was fehlt, ist die inhaltliche Arbeit: passende Suchbegriffe für Branche und Bezirk, sauber gesetzte Seitentitel und Beschreibungen sowie ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Ohne das bleibt auch eine gut gebaute Seite unsichtbar.

Kann ich eine Baukasten-Website später umziehen?

In der Regel nicht ohne Neuaufbau. Die Inhalte liegen im System des Anbieters und lassen sich meist nicht vollständig exportieren. Die Domain kannst du dagegen mitnehmen, wenn sie auf dich registriert ist.

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